Die Evangelische Allianz Wetzlar betet für das Gelingen des Hessentages. Während der traditionellen Allianzgebetswoche war das große Fest der Hessen immer wieder Thema in den frei formulierten Gebeten der Teilnehmer. Zu der Gebetswoche haben sich bis zu 100 Besucher eine Woche lang in verschiedenen Gemeindehäusern getroffen. Ausnahme war das zum dritten Mal im Rathaus ausgerichtete Gebetstreffen. Dabei baten die Teilnehmer Gott um das Gelingen des Hessentages, zu dem eine Million Besucher in der Stadt erwartet werden. Zudem beteten die evangelischen Christen für die Politiker, die sich normalerweise im Saal der Stadtverordneten treffen sowie für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung.
„Wir wollen, dass es unserer Stadt gut geht. Dafür wollen wir beten“, so die Allianzvorsitzende, Pastorin Sabine Bockel, zu Beginn der Veranstaltung im Plenarsaal des Rathauses. Oberbürgermeister Wolfram Dette (FDP) begrüßte die Teilnehmer der Gebetswoche in dem Saal, „in dem auch Gottes Segen herrschen soll“. Die Gebetswoche sei eine gute Gelegenheit, um innezuhalten und Kraft zu schöpfen angesichts der Ereignisse, die 2012 auf die Stadt einstürmen werden. „Ich freue mich, dass Sie auch uns im Rathaus mit ihrem Gebet stärken“, so Dette. Als wichtige Anliegen nannte Dette den Hessentag. Wetzlar habe die Chance sich als Gastgeber über Hessen hinaus präsentieren zu können. Das Thema Gastgeber sei ja ein zutiefst christliches Bild. Das große Fest könne nur gelingen, wenn sich viele Bürger ehrenamtlich einbringen. Er sei dankbar für die Gebete, damit Gottes Segen auf dem Vorhaben liege.
Ferner sei es eine große Aufgabe die Bürgerschaft für das Miteinander zu begeistern. Desweiteren habe er die Hoffnung, dass die heimische Wirtschaft erfolgreich arbeitet, weil sie damit vielen Menschen Arbeit und Brot gibt und der Stadt Steuereinnahmen beschert, mit denen die vielfältigen Aufgaben der Stadt finanziert werden.
Frau Bockel kündigte an, dass die Evangelische Allianz sich mit eigenen Beiträgen am Hessentag beteilige. So ist geplant, dass sich die Mitglieder auf der Hessentagsstraße und auf dem Domplatz präsentieren. Am 2., 4. und 6. Juni wird die Allianz gemeinsam mit dem Verlag Gerth Medien (Aßlar-Berghausen) drei Konzerte auf dem Domplatz veranstalten. Am 4. Juni werden Sara Lorenz und Sefora Nelson singe, am 6. Juni treten die hessischen Songpoeten Johannes Falk, Samuel Harfst, Tobias Hundt und Mischa Marin auf.
Im Dom engagiert sich die Evangelische Allianz im Rahmen des ökumenischen Angebotes mit der katholischen und evangelischen Kirche. Die Allianz wird sich ebenso wie die beiden großen Kirchen unter dem Thema „Über uns der Himmel“ am Hessentag beteiligen. „Wir wollen präsent sein mitten in der Stadt, kreativ, liebevoll und gesprächsbereit. Als Christen in der Allianz wollen wir gemeinsam Hoffnung vermitteln“ , so Frau Bockel. Die Allianz veranstaltet am 9. Februar um 19,30 Uhr ein Vorbereitungstreffen in den Räumen der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde (Elsa-Brandström-Straße 12) zu dem Auftritt auf dem Hessentag.
Pfarrer Wolfgang Grieb (Hermannstein) dankte Dette in einer Ansprache im Plenarsaal als Förderer der Evangelischen Allianz. Er sagte, Gebete seien nicht vergeblich. So habe die Allianz vor einem Jahr ebenfalls im Plenarsaal besonders für die termingerechte Fertigstellung beim Umbau des Wetzlarer Busbahnhofs gebetet. Während damals die Arbeiten noch nicht einmal begonnen waren, zeige sich jetzt, dass sie wohl fristgerecht fertig gestellt würden.
Grieb sprach über den Ausspruch „Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt“ aus dem 1. Brief des Petrus, Kapitel 3,Vers 9. Auch in Wetzlar bestimme Gewalt das Leben, aber auch Ausgrenzung. Als gute Aktionen lobte er die Prävention bei Themen wie Sucht und Gewalt, lobte das Projekt Modellregion Integration. Sein Resümee „Es geschieht schon viel Gutes“. Die Stadt brauche Einrichtungen wie das Frauenhaus, den Kinderschutzbund und auch die christlichen Gemeinden, die ein gemeinsames Auffangprogramm bieten würden. Als Beispiel nannte er die Kirchengemeinde Niedergirmes, die sich mit dem Nachbarschaftszentrum um Menschen am Rand der Gesellschaft kümmere. „Gott möchte jedem Menschen das Recht auf Würde zukommen lassen. Deshalb hat er Jesus in diese Welt gesandt“, so der evangelische Pfarrer.
Bild von links: Pfarrer Wolfgang Grieb, die Vorsitzende der Evangelischen Allianz Wetzlar, Pastorin Sabine Bockel und Oberbürgermeister Wolfram Dette beim Allianzabend im Rathaus.
Foto: Rühl